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ADVOKATURBUERO
Der erste Schritt ...
... zu einem fairen und transparenten Anwaltshonorar

Allgemeines:
Eine faire Abrechnung setzt Vertrauen und Augenmaß voraus. Vertrauen ist der erste Schritt zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit und schlussendlich der erste Schritt, damit der Rechtsanwalt ordentlich für Sie tätig werden kann. Augenmaß ist wichtig um jeden Fall individuell behandeln zu können. Neben unternehmerischen Aspekten sollten Leistung und Erfolg bei jeder Abrechnung berücksichtigt werden. In vielen Gerichtsverfahren besteht die Möglichkeit, dass dem „Gegner“ die Prozesskosten ganz oder teilweise auferlegt werden. In Österreich gilt nämlich das Erfolgsprinzip. Sollten Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, so besteht zudem die Möglichkeit, dass Ihre Rechtsschutzversicherung für die Kosten aufkommen muss. Zu diesen Themen weiter unten mehr.


Zum Honoraranspruch des Rechtsanwaltes:

Grundsätzlich kommen für alle österreichischen Rechtsanwälte dieselben gesetzlichen Tarifbestimmungen zur Anwendung. Diese sind vor allem das Rechtsanwaltstarifgesetz (RATG), das Notariatstarifgesetz (NTG) und die Autonomen Honorarkriterien (AHK).

Für die Abrechnung bestehen grundsätzlich vier Möglichkeiten. Eine Abrechnung nach Einheitssatz, Einzelleistung, Stundensatz (Zeithonorar) und eine Pauschalhonorarvereinbarung. Wird nach Einheitssatz oder Einzelleistung abgerechnet, ist die Bemessungsgrundlage (auch Streitwert genannt) von entscheidender Bedeutung. Sie ist nämlich für die Höhe der einzelnen Leistungen maßgebend.

Unsere Kanzlei verfügt über sämtliche Voraussetzungen, sodass das jeweilige Honorar quasi auf Knopfdruck von der EDV berechnet werden kann. Regelmäßige Abrechnungen bzw Leistungsübersichten dienen der Transparenz.


Zur Einheitssatzabrechnung:
Es kommt der gesetzliche Tarif des RATG zur Anwendung. Zu den gesetzlichen Tarifbestimmungen (Tarifposten) kommt ein pauschalierter Zuschlag (Einheitssatz) von 50% oder 60% (je nach Bemessungsgrundlage) hinzu. Je nach Art der Leistung kann auch ein doppelter (100% oder 120%), dreifacher oder vierfacher Einheitssatz (zum Beispiel bei einer Berufung gegen ein Urteil) zur Anwendung gelangen. Mit diesem Abrechnungsmodell gelten sämtliche Nebenkosten (Besprechungen, Telefonate, Korrespondenz mit dem Mandanten oder der Rechtsschutzversicherung etc) als abgegolten bzw werden pauschal vom Einheitssatz umfasst. Diese Art der Abrechnung erfolgt beispielsweise generell gegenüber den Gerichten oder dem Gegner.


Zur Abrechnung nach Einzelleistung:

Bei dieser Abrechnung werden sämtliche Einzelleistungen (Telefonate, Schreiben, E-Mails, Besprechungen etc) und Barauslagen (Gerichtsgebühren, Postgebühren, Kopien, Grund- und Firmenbuchsauszüge etc) einzeln erfasst und nach dem gesetzlichen Tarif des RATG oder den AHK zur Abrechnung gebracht.


Zur Abrechnung nach Stundensatz:
Dieser Abrechnungsmodus, der jedoch separat vereinbart werden muss, ist unseres Erachtens jener, der die erbrachten Leistungen am fairsten für beide Seiten berücksichtigt. Er berücksichtigt nämlich den Zeitaufwand in dem Ausmaß, in welchem er anfällt. Dies unter Annahme eines angemessenen Stundensatzes. In Österreich variieren die Stundensätze der Anwälte laut unseren Informationen von € 180,00 bis € 500,00 netto pro Stunde, wobei vom jeweiligen Stundensatz auch die Kosten der Kanzlei umfasst sind. Barauslagen werden auch hier separat verrechnet. Es besteht jedoch die Möglichkeit auch die Barauslagen mit einer so genannten Barauslagenpauschale abzurechnen. Zum betreffenden Stundensatz kommt dann eine Pauschale für Barauslagen hinzu (zum Beispiel 10 %).


Zur Pauschalhonorarvereinbarung:
Bei der Pauschalhonorarvereinbarung werden die zu erwartenden Kosten durch eine Schätzung im Vorfeld ermittelt und in Ansatz gebracht. Da Aufwendungen aber meistens nicht vorhergesehen werden können, ist diese Art der Abrechnung unbefriedigend. Sie kann nur bei überschaubaren Arbeiten (zum Beispiel einer Vertragserrichtung oder der Erstellung von Allgemeinen Geschäftsbedingungen) zu einem halbwegs fairen Ergebnis führen. Normalerweise ist diese Abrechnung für eine Seite immer nachteilig. Der Vorteil ist, dass der Mandant vorab weiß, mit welchen Kosten er zu rechnen hat.


Zum Erfolgsprinzip:
Im gerichtlichen Verfahren gilt großteils das Erfolgsprinzip. Sollten Sie im Prozess vollständig obsiegen, hat der Gegner grundsätzlich sämtliche Ihnen zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung entstandenen notwendigen Kosten zu ersetzen. Obsiegen Sie teilweise, dann erfolgt eine Abrechnung nach der Obsiegensquote, wobei ein Unterliegen mit rund 10 % noch keinen Nachteil darstellen sollte (unterschiedlich von Gericht zu Gericht). Obsiegen Sie beispielweise mit 80 %, dann bekommen Sie 60 % Ihrer Vertretungskosten und 80 % Ihrer Barauslagen vom Gegner ersetzt. Diese Berechnungsart wird „Quotenkompensation“ genannt. Sie berücksichtigt auch jene Kosten, welche dem Gegner angefallen sind (im obigen Beispiel eben mit 20 %, sodass 80 minus 20 eine Quote von 60 % ergibt).


Zur Rechtsschutzversicherung:
Sollte Sie über eine Rechtsschutzversicherung verfügen, besteht die Möglichkeit, dass Ihre Rechtsschutzversicherung für sämtliche Anwalts- und Prozesskosten aufkommen muss. Grundsätzlich besteht auch für einen solchen Fall freie Anwaltswahl. Hier werden von Seiten der Rechtsschutzversicherungen immer wieder falsche Informationen erteilt. Bei der freien Anwaltswahl handelt es sich nämlich um ein Grundrecht. Sie sind daher für eine gerichtliche Auseinandersetzung nicht verpflichtet, einen Vertragsanwalt der Versicherung zu nehmen. Gerne übernehmen wir für Sie die betreffenden Arbeiten bzw holen wir nach voriger Überprüfung Ihrer Rechtsschutzversicherung für Sie die notwendige Kostendeckungszusage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung ein.

Welche Kosten von Ihrer Rechtsschutzversicherung schlussendlich übernommen werden müssen, hängt vom jeweiligen Rechtsschutzversicherungsvertrag, insbesondere auch von der Versicherungssumme ab. So gibt es Verträge, in denen ein Selbstbehalt vereinbart wurde bzw nur bestimmte Leistungen ersetzt werden müssen. Gerne überprüfen wir Ihre Versicherungspolizze auch diesbezüglich. Sollte die Versicherung keine Kostendeckung gewähren, obwohl sie dazu verpflichtet wäre, kann auch eine Klage auf Kostendeckung eingebracht werden. Sollte die Versicherung daher meinen, dass keine Kostendeckung besteht, muss dies noch nicht stimmen. Lassen Sie auch für diesen Fall Ihre Versicherungspolizze von uns überprüfen. Wir haben schon viele solche Deckungsprozesse erfolgreich geführt und verfügen somit über Erfahrung in diesem Bereich.

Sofern von Seiten der Rechtsschutzversicherung die Kosten vollumfänglich übernommen werden, haben Sie im Anschluss keine Kosten zu tragen. Um Gewissheit zu erlangen, sollte dieser Punkt als erstes abgeklärt werden. Bringen Sie daher unbedingt zur ersten Besprechung Ihre Rechtsschutzversicherungspolizze mit (eine Kopie ist ausreichend).


Verfahrenshilfe / unentgeltliche Rechtsberatungen:
Wer außerstande ist, die Kosten der Führung eines Verfahrens ohne Beeinträchtigung des notwendigen Unterhalts zu bestreiten, kann einen Antrag auf Bewilligung der Verfahrenshilfe bei Gericht einbringen. Das betreffende Antragsformular kann über die Homepage des Justizministeriums auch heruntergeladen werden (www.justiz.gv.at). Daneben gibt es bei den Amtstagen, welche regelmäßig von den Gerichten abgehalten werden, auch die Möglichkeit eine unentgeltliche Rechtsauskunft in Anspruch zu nehmen. Auch einige Rechtsanwälte bieten eine solche unentgeltliche Rechtsauskunft an. Die Rechtsanwaltskammer führt entsprechende Listen dieser Anwälte (www.rechtsanwaelte-vorarlberg.at).


Wir hoffen Ihnen mit den obigen Informationen einen Überblick verschafft zu haben. Sollten dennoch Fragen verbleiben, ersuchen wir um diesbezügliche Kontaktaufnahme.

 




         
 
   
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